37 Grad Qualit�tsentwicklung im Gesundheitswesen

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37 Grad Online-Rezension Krankenhaus-Report 2014

Klauber, Jürgen; Geraedts, Max; Friedrich, Jörg; Wasem, Jürgen (Hrsg.) (2014): Krankenhaus-Report 2014. Schwerpunkt: Patientensicherheit. Mit 83 Abbildungen und 64 Tabellen. Schattauer: Stuttgart. ISBN 978-3-7945-2972-8

 

Einleitung

Der Krankenhaus-Report 2014 ist die 21. Ausgabe des seit 1993 erscheinenden Reports des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO). Der jährliche Krankenhaus-Report bereitet Daten aus dem Gesundheitswesen auf, dabei werden aktuelle Entwicklungen und Trends des Krankenhaussektors umfassend analysiert und diskutiert. Im Rahmen des diesjährigen Schwerpunktthemas „Patientensicherheit“ analysieren einschlägig bekannte Autoren unter anderem Risiken im Krankenhaus, Fehlanreize des Vergütungssystems, die Sicherheitskultur in deutschen Krankenhäusern und den Beitrag von externen Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Patientensicherheit.

Inhalt und Aufbau

Der diesjährige Krankenhaus-Report besteht aus 21 Beiträgen und einem zusätzlichen Krankenhaus-Directory. Insgesamt umfasst das Buch knapp 500 Seiten und gliedert sich in fünf Teile: 14 Beiträge zum Schwerpunktthema Patientensicherheit, 2 Beiträge Zur Diskussion, die Krankenhauspolitische Chronik, 4 Beiträge zu Daten und Analysen und das Krankenhaus-Directory. Aufgrund seiner Seitenstärke ist der Krankenhaus-Report mehr ein Reader, den man für ausgewählte Themen zur Hand nimmt als eine Gesamtdarstellung, die der Leser von vorne bis hinten durchliest.

Die Themen der verschiedenen Beiträge sind sehr vielfältig und decken alle wichtigen Bereiche der Patientensicherheit ab. Das Thema Patientensicherheit bildet zwar einen Schwerpunkt, zieht sich aber nicht zwingend durch jeden Artikel, was gut ist und die Lesbarkeit unterstützt.  In einer knappen Einführung werden alle Beiträge kurz vorgestellt. Das macht den Krankenhaus-Report übersichtlich und ist gut für die Leserführung. Sehr schön ist auch die Gliederung durch einen Beitragsregister am Buchrand. Auch der Stichwortindex am Ende des Buches ist sehr hilfreich für den Leser und ermöglicht einen Schnelleinstieg in die Texte nach Suchworten. Weiterhin hat jeder Beitrag einen deutschen und einen englischen Abstract. Für internationale Leser wäre es jedoch sinnvoller die englischsprachigen Abstracts anders zu platzieren. Beispielsweise vorne im Buch. Außerdem sind die zum Teil sehr vielen Fußnoten in einzelnen Beiträgen störend – in einem Beitrag sind es 80 Fußnoten. Sie verleihen einzelnen  Beiträgen einen sehr akademischen Charakter und behindern die Lesbarkeit. Die datenbasierten Artikel (im vierten Teil Daten und Analysen) sind meist stärker in der Aussage, lesenswerter in den Implikationen und bedeutsamer für Argumentationslinien in der aktuellen Diskussion. Im letzten Teil des Krankenhaus-Reports, dem fast 100-seitigen Krankenhaus-Directory werden Eckdaten von 1.448 Krankenhäusern dargestellt. Unter anderem werden darin Angaben zu Bettenzahl, Casemix, Leistungsdichte, Budgetanteilen und regionalen Marktanteilen von diesen Krankenhäusern zusammenfassend dargestellt.

Der Zugang zum Internetportal mit Zusatzmaterial, Abbildungen und Tabellen ist eine große Stärke des Krankenhaus-Reports. Dank Zugangscode und einer übersichtlichen Internetseite, fällt der Zugang zum Portal nicht schwer. Leider sind die Tabellen und Abbildungen von ihrer Dateiauflösung jedoch von eher schlechter Qualität. Außerdem könnten die Titel und die Sortierung der Tabellen und Abbildungen übersichtlicher gestaltet sein, beispielsweise durch inhaltliche Beschriftung statt wie zurzeit mit Autorenname des Beitrags und Nummer der Abbildung. Leider findet man sich so nur auf der Internetseite zurecht, wenn man das Buch direkt zur Hand hat.

Fazit

Mit dem diesjährigen Krankenhaus-Report hat man im Grunde genommen alles in der Hand, was man über ein Berichtsjahr zum Krankenhaussektor im deutschen Gesundheitswesen haben und wissen muss. Er ist mit größter Sorgfalt herausgegeben und sehr übersichtlich gestaltet.  Positiv zu bewerten ist das Internetportal. Das ist angemessene Modernität für den internetaffinen Nutzer. Insgesamt wird das diesjährige Schwerpunktthema Patientensicherheit sehr gut abgedeckt. Sehr gut ist auch, dass dieses Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Es werden beispielsweise die Patienten-/ Verbrauchersicht, die Sicherheitskultur unter Krankenhausangestellten sowie Fehlanreize im System dargestellt und umfassend analysiert.

Im Fazit lässt sich festhalten: Der Krankenhaus-Report ist ein absolutes Standardwerk und immer wieder ein großer Gewinn unter den Jahrespublikationen, der seinen festen Platz behalten sollte.